Autor: Simone Schwarzer

  • Langzeitarbeitslosigkeit

    Ausgabe 04/2016 – Archiv für Wissenschaft und Praxis der sozialen Arbeit
    Lambertus-Verlag, Freiburg im Breisgau, November 2016, 106 Seiten, 14,50 €,
    ISBN 978-3-7841-2945-7

    Woran scheitert die (Re-)Integration der großen Zahl langzeitarbeitsloser Menschen in den Arbeitsmarkt? Dieses Heft thematisiert Struktur und Konstruktionsbedingungen von Langzeitarbeitslosigkeit, fragt nach den spezifischen Problemlagen unterschiedlicher Personengruppen und erörtert Lösungswege: öffentlich geförderte Beschäftigung und sozialpädagogische Betreuung, Qualifizierung der Fachkräfte im Jobcenter, Ansatzpunkte für Beschäftigungsförderung auf kommunaler Ebene sowie aktuelle Bundesprogramme.

  • Integration abhängigkeitskranker Arbeitsuchender ins Erwerbsleben

    Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) schrieb im Oktober 2015 das Forschungsvorhaben „Erhebung von Ansätzen guter Praxis zur Integration und Aktivierung suchtkranker Leistungsberechtigter nach dem SGB II“ öffentlich aus. Es handelte sich um eine Folgestudie: Schon im Jahr 2007 ließ das BMG erstmals Ansätze guter Praxis bei der Integration abhängigkeitskranker Arbeitsuchender ins Erwerbsleben im Rahmen des SGB II untersuchen. Die Ergebnisse dieses ersten Forschungsvorhabens wurden 2009 vorgelegt (Henke et al. 2009). Im Rahmen einer weiteren wissenschaftlichen Studie sollten 2016 erneut Maßnahmen erhoben werden, welche die Jobcenter im Rahmen des SGB II für Menschen mit Suchtgefährdung oder Suchterkrankung getroffen haben. Dabei sollte auch erfasst werden, wie die Schnittstelle zum Gesundheitssystem durch die Jobcenter gestaltet wird und welche Angebote für junge Erwachsene unter 25 Jahren sie vorhalten. Die Forschungsfragen sollten durch eine möglichst vollständige Erhebung bei allen Jobcentern sowie Fallstudien an ausgewählten Standorten empirisch untersucht werden.

    Wesentliches Studienergebnis ist, dass die Jobcenter grundsätzlich für die Lebenslagen und die Bedarfe Suchtkranker sensibilisiert sind. Zur Klärung einer Suchtdiagnose wird inzwischen von 82 Prozent der Jobcenter der Ärztliche Dienst der Bundesagentur für Arbeit oder des Gesundheitsamts eingeschaltet. Außerdem engagieren sich die Jobcenter nicht nur in der kommunalen Arbeitsmarktpolitik, sondern auch im lokalen Sozialstaat: Sie verfügen über ein breit gefächertes Netzwerk zum Thema Sucht und kooperieren mit allen wesentlichen Akteurinnen und Akteuren in der Kommune. Am häufigsten mit Suchtberatungsstellen (70 Prozent), aber auch mit den sozialpsychiatrischen Diensten, Gesundheitsämtern, Maßnahmeträgern, rechtlichen Betreuerinnen und Betreuern sowie mit Jugendhilfeträgern und -einrichtungen.

    Quelle: Website des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), 29.06.2017

  • Computerspiel trainiert Selbstkontrolle

    Selbstkontrolle lässt sich mithilfe eines Computerspiels trainieren. Zu dieser Erkenntnis sind Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Hamburg und Berlin im Rahmen einer Studie gekommen. Die Leitung der Studie lag bei Prof. Dr. Simone Kühn aus der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Ältere Menschen, bei denen die Selbstkontrolle typischerweise abnimmt, könnten diese Fähigkeit so systematisch verbessern. Diese Ergebnisse haben die Forscher in der Online-Ausgabe des internationalen Fachmagazins NeuroImage veröffentlicht.

    Wie die Wissenschaftler in ihrer Studie herausfanden, verstärkt das Training mithilfe eines speziellen Computerspiels die Struktur derjenigen Regionen im präfrontalen Kortex des Gehirns, denen Neurowissenschaftler die Fähigkeit der Inhibition zuschreiben. „Mit Inhibition ist die Fähigkeit gemeint, eine Handlung, die man eigentlich ausführen möchte oder die man bereits begonnen hat, doch noch abbrechen zu können. Die Fähigkeit zur Inhibition ist eine Grundlage für angepasstes oder angemessenes Verhalten und verhindert zum Beispiel, dass wir Impulsen wie dem Genuss von Zigaretten oder Alkohol nachgeben“, erklärt Prof. Kühn.

    Das Forscherteam trainierte im Rahmen der Studie 20 Frauen und Männer im Alter zwischen 62 und 78 Jahren zwei Monate lang mit einem selbst entwickelten spielerischen Computerprogramm. Die Teilnehmer dieser Trainingsgruppe mussten in dem Spiel täglich 15 Minuten lang unter Zeitdruck zwischen ‚erlaubten‘ und ‚verbotenen‘ Objekten unterscheiden. Nur die ‚erlaubten‘ Objekte durften sie von einem virtuellen Büfett nehmen und auf ihren Teller legen.

    An der Studie nahmen insgesamt 53 Frauen und Männer teil. Eine Probandengruppe absolvierte ein anderes Computer-Trainingsprogramm zur Verbesserung der allgemeinen geistigen Fähigkeiten (aktive Kontrollgruppe), eine dritte Gruppe hatte gar keine Aufgabe (passive Kontrollgruppe). Anschließend wurden die Inhibitionsfähigkeiten aller Teilnehmer getestet sowie Veränderungen der Hirnstruktur mittels struktureller Magnet-Resonanz-Tomografie (sMRT) untersucht. Im Ergebnis zeigte sich ausschließlich bei den Probanden der gezielten Trainingsgruppe eine signifikante Verbesserung der Inhibitionsfähigkeit. Darüber hinaus zeigte sich bei diesen Teilnehmern eine signifikante Zunahme der Dicke des Anteils der Hirnrinde (Kortex), der Inhibition steuert. Diese Hirnstrukturveränderung war umso ausgeprägter, je länger die Probanden das Computerprogramm gespielt hatten.

    In weiteren Studien soll nun überprüft werden, ob das Inhibitionstraining abhängige Patientinnen und Patienten dabei unterstützen kann, abstinent von Alkohol oder Nikotin zu bleiben.

    Bibliografische Angaben:
    Kühn S. et al. Taking control! Structural and behavioural plasticity in response to gamebased inhibition training in older adults. NeuroImage 156 (2017) 199–206
    http://dx.doi.org/10.1016/j.neuroimage.2017.05.026

    Pressestelle des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), 14.06.2017

  • Ältere Drogenabhängige in Versorgungssystemen

    Der Paritätische Bayern hat in Kooperation mit Condrobs München, mudra Nürnberg und der Drogenhilfe Schwaben (Augsburg) den Leitfaden „Ältere Drogenabhängige in Versorgungssystemen“ veröffentlicht. Darin sind Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderten Projekt „Netzwerk 40+ zur Entwicklung von bedarfsgerechten Maßnahmen zur Versorgung älterer drogenabhängiger Menschen“ zusammengestellt.

    Erkenntnisse über die Problemlagen ‚älter werdender Drogenabhängiger‘ sind noch recht ‚jung‘, da es erst durch (lebenserhaltende) Angebote der Drogenhilfe und Verbesserungen in der medizinischen Behandlung in den vergangenen zwei Jahrzehnten möglich wurde, dass langjährige Konsument/innen illegaler Substanzen heute älter werden. Die Lebenssituation vieler ‚Älterer‘ ist durch komplexe Problemlagen geprägt. Kein Versorgungssystem kann dieser Komplexität allein begegnen. Der Schlüssel für die Bewältigung dieser Herausforderung im Einzelfall liegt in der bereichsübergreifenden Kooperation. Dabei geht es um ein Verständnis für die jeweils andere Perspektive auf die Zielgruppe, um den Austausch von Wissen und um die Gestaltung von Übergängen zwischen den Versorgungsbereichen.

    Der Leitfaden soll die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dienste aus Suchthilfe und Altenhilfe sowie aus weiteren Sozial- und Gesundheitsbereichen für das Thema sensibilisieren und sie in der Arbeit mit älteren Drogenabhängigen unterstützen. Chancen für die gemeinsame Gestaltung der Versorgung sollen genauso deutlich werden wie Hindernisse in der Umsetzung von Lösungen.

    Quellen: Website des Paritätischen Bayern, Leitfaden „Ältere Drogenabhängige“, 20.06.2017

  • Leitfaden Sozialrecht

    Seit einigen Jahren bearbeitet Rüdiger Lenski, Mitglied im Beirat des fdr+, seinen „Leitfaden Sozialrecht“, der alle Informationen zur Anwendung des Sozialrechts auf 245 Seiten bündelt. Jetzt ist die Ausgabe 2017 erschienen, die auch das am 01.01.2017 in Kraft getretene Bundesteilhabegesetz (BTHG) berücksichtigt. Dieses zur Fortbildung unverzichtbare Dokument steht als „Reader Sozialrecht“ zur freien Nutzung als Download bereit.

    Quelle: fdr-online.info #44, 19.06.2017

  • Väter, Männer und kindliche Entwicklung

    Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2016, 252 Seiten, € 39,99, ISBN 978-3-662-47994-0, auch als
    E-Book erhältlich

    Dieses Buch beleuchtet, wie sich die Rolle von Vätern, ihre Beziehung zum Kind und zur Partnerin verändert haben, wie sich Väter in unterschiedlichen familiären und kulturellen Kontexten fühlen und verhalten und welche Konsequenzen sich daraus für Therapie und Beratung bei Kindern und Jugendlichen sowie ihren Eltern ergeben. Geschrieben für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Psychologische Psychotherapeuten in Klinik und Praxis, Schulberater, Pädagogen, Sozialpädagogen, Mitarbeiter in Erziehungsberatungsstellen und Familientherapeuten.

    Aus dem Inhalt:

    • Defizite der bisherigen Vaterforschung
    • Vaterschaft im Wandel und verschiedene Vatertypen
    • Die Akzentuierung des Geschlechts: Väter und Söhne, Väter und Töchter
    • Vater und Mutter im Vergleich, homosexuelle Väter: Warum sind Differenzerfahrungen wichtig?
    • Sind frischgebackene Väter ‚in der Krise‘?
    • Abwesende Väter durch Scheidung und Trennung
    • Alleinerziehende Väter
    • Der Tod des Vaters
    • Kulturelle Einflüsse auf die Vaterschaft
    • Väter und Psychopathologie